Biographie des Pfarrers Johannes Bernhard Schulz
(1884 – 1942)

|
Kindheit |
||
|
03. Apr. 1884 |
Geburt in Obervölklingen (Luisenthal) als Sohn des Stationsvorstehers Conrad Schulz und der Louise Schulz geb. Schwartz |
|
|
20. Apr. 1884 |
Taufe in Völklingen / St. Eligius (Weißer Sonntag) |
|
|
23. Apr. 1900 |
Firmung im Hohen Dom zu Trier durch Bischof Felix Korum als Schüler der Weißen Väter (Weißer Montag) |
|
|
Schule und Studium |
||
|
1898 - 1901 |
Schüler im Missionshaus der Weißen Väter in Trier |
|
|
1901 - 1903 |
Schüler am Friedrich Wilhelm Gymnasium in Trier |
|
|
1903 - 1907 |
Schüler am Ludwigsgymnasium in Saarbrücken |
|
|
23. März 1907 |
Reifeprüfung in Saarbrücken |
|
|
1907 - 1911 |
Studium im Priesterseminar in Trier |
|
|
Erste Priester-Jahre |
||
|
12. Aug. 1911 |
Erste Priesterweihe in Trier durch Bischof Felix Korum |
|
|
13. Aug. 1911 |
Primiz in Saarbrücken-Malstatt / St. Josef |
|
|
1911 - 1913 |
Kaplan in Lebach / Hl. Dreifaltigkeit |
|
|
1913 - 1914 |
Kaplan in Wadgassen / Maria Heimsuchung |
|
|
09. Jul. 1914 |
Curaexamen: |
|
|
1914 -1918 |
Felddivisionspfarrer bei der 255. Inf. - Division, |
|
|
1918 - 1919 |
Kaplan in Bous / St. Peter |
|
|
Pfarrer in Derlen und Nickenich |
||
|
14. Jul. 1919 |
Ernennung zum Pfarrer von Derlen / St. Josef |
|
|
20. Jul. 1919 |
Einführung in Derlen |
|
|
1919 - 1935 |
Pfarrer in Derlen / St. Josef |
|
|
13. März 1935 |
Ernennung zum Pfarrer von Nickenich / St. Arnulfus |
|
|
24. Jun. 1935 |
Einführung in Nickenich |
|
|
1935 - 1942 |
Pfarrer von Nickenich / St. Arnulfus |
|
|
17. Dez. 1935 |
Einweihung der neuen Orgel in der Pfarrkirche von Nickenich / St. Arnulfus Die Orgel wurde auf Initiative von Pfarrer Schulz errichtet. |
|
|
12. Aug. 1936 |
Silbernes Priesterjubiläum unter dem Leitwort: |
|
|
18. Jul. 1939 |
Ernennung zum Definitor des Dekanates Andernach |
|
|
Im Konflikt mit dem Nazi-Regime |
||
|
In seiner Derler Zeit nahm Pfarrer Schulz immer deutlicher Stellung gegen den Konflikt Nationalsozialismus: Er bezeichnet ihn als das "neue Heidentum" und warnt: "Mit Hitler kommt der Krieg." Er wurde deshalb sehr angefeindet. Auch in seiner folgenden Pfarrstelle Nickenich war er schnell ein bekannter Gegner der Nazis. Die Gestapo legte über ihn eine Akte an, in der detailliert aufgelistet wurde, dass er z.B. Flugschriften für die Katholische Bekenntnisschule verteilte oder beim Verlesen eines Hirtenbriefes einen persönlichen Zusatz anfügte. Offensichtlich suchte man nach einer Handhabe gegen ihn. Auslöser seiner Verhaftung war schließlich, dass er vor Generalfeldmarschall Göring ein "provozierendes Verhalten an den Tag legte": Er verweigerte den Hitlergruß. |
||
|
27. Mai 1940 |
Begegnung mit Generalfeldmarschall Göring im Gasthaus ,,Waldfrieden" bei Maria Laach |
|
|
am Abend |
Verhaftung in Nickenich |
|
|
Jun. - Jul. 1940 |
Haft im KZ Buchenwald als Häftling Nr. 12 |
|
|
Aug.-Dez. 1940 |
Haft im KZ Sachsenhausen als Häftling Nr. 28620 |
|
|
1940 - 1942 |
Haft im KZ Dachau als Häftling Nr. 22541 “In letzter Zeit habe ich alle Gebete und Opfer für meine Firmlinge dargebracht, dass sie vollendete Christen werden, wie die Zeit heute sie braucht für Kirche und Vaterland; wie Sebastianus sagte: ‘Mein Gewissen gehört Gott. Mein Schwert dem Kaiser.’ In gleicher Weise fühlte er als Christ und Soldat sich verpflichtet. So gehörten auch von Anfang an meine Gebete und Opfer dem Gottesreich und Deutschen Reich. ich hoffe, dass Gott mich hier wie im Seminar vorbereitet und dann ruft zur Arbeit an beiden. Ich freue mich darauf und warte in Ergebung. Viel Halt und Freude bieten mir die Psalmen, besonders 125.” (aus einem Brief aus Dachau vom 18.05.1941 an Bischof Bornewasser) |
|
|
19. Aug. 1942 |
Tod im KZ Dachau Sein Mithäftling Hans Carls überlieferte die letzten Worte des Pfarrer Schulz vor seinem Hungertod: “Ich sterbe für meine Gemeinde, damit alle gerettet werden für die Ewigkeit.” |
|
|
23. Aug. 1942 |
Einäscherung im Krematorium im KZ Dachau |
|
|
28. Aug. 1942 |
Requiem in Nickenich / St. Arnulfus Die große Anteilnahme der Bevölkerung brachte ihre Erschütterung zum Ausdruck; Priester aus nah und fern nahmen in großer Zahl am Requiem teil, so dass die Veranstaltung zur unmissverständlichen Kundgebung gegen das Nazi-Regime wurde. |
|
|
01. Sep. 1942 |
Requiem in Elm-Derlen / St. Josef |
|
|
12. Okt. 1942 |
Brief der Kommandantur des KZ Dachau betr. Urne Nr. 4945: “…Der Bürgermeister der Gem. Nickenich legt keinen Wert auf Beisetzung am dortigen Friedhof. Wir bitten Sie, sich mit einer anderen Friedhofsverwaltung in Verbindung zu setzen, da die Urne hier nicht beigesetzt werden kann…” |
|
|
13. Apr. 1943 |
Beisetzung der Urne in einem Familiengrab in Saarbrücken |
|
|
Im Andenken an Pfarrer Schulz |
||
|
1946 |
P. Sales Hess OSB: "Dachau, eine Welt ohne Gott" “…In aller Herzen wird das Andenken an Pfarrer Johannes an Schulz bleiben, der es so gut verstand, uns zu trösten.” |
|
|
1949 |
Errichtung eines Gedenksteines auf dem Hermesberg in Elm-Derlen durch die katholische Jugend |
|
|
1954 |
Errichtung einer Gedenktafel an der Kirche St. Arnulfus in Nickenich auf private Initiative |
|
|
1970 |
P. Maurus Mönch OSB: "Unter 2579 Priestern in Dachau" |
|
|
1977 |
Errichtung einer Gedenkplatte am Priestergrab in Elm-Derlen |
|
|
1978 |
Erneuerung des Gedenksteines auf dem Hermesberg in Elm-Derlen auf private Initiative |
|
|
1992 |
Josef Loris: "Vor 50 Jahren starb Pfarrer Johannes Schulz im KZ Dachau" |
|
|
19. Aug. 1992 |
Gedenken anlässlich des 50. Todestages durch Angehörige und Zeitzeugen in Elm-Derlen Gedenkgottesdienst in Nickenich / St. Arnulfus |
|
|
06. Sep. 1992 |
Gedenkgottesdienst anlässlich des 50. Todestages mit den Angehörigen in Nickenich / St. Arnulfus |
|
|
1996 |
Zutter / Elsigk: "Weil er Göring nicht grüßte - Das Schicksal eines saarländischen Pfarrers am Laacher See" |
|
|
Aug. 2002 |
Auffindung seines Brustkreuzes in Bad Waldliesborn durch Klaus Luig |
|
|
19. Aug. 2002 |
Gedenkgottesdienste anlässlich des 60. Todestages in Elm-Derlen / St. Josef und Nickenich / St. Arnulfus |
|
|
Feb. 2003 |
Auffindung seiner Breviere in Bous durch Pfarrer Hans-Georg Müller |
|
|
02. Nov. 2003 |
Einweihung des "Pfarrer-Johannes-Schulz-Platzes" und der Gedenkstätte in Elm-Derlen |
|
|
03. Nov. 2003 |
Einverständnis des Bischofs zur Umbettung der sterblichen Überreste von Pfarrer Johannes Schulz ins Priestergrab in Elm-Derlen |
|
|
17. Dez. 2003 |
Hebung und Umbettung der Urne von Pfarrer Johannes Schulz |
|
|
07. März 2004 |
Beisetzung der Urne im Priestergrab durch Bischof Dr. Reinhard Marx |
|
|
seit 2004 |
jährliches Gedenken an Pfarrer Schulz im Festhochamt an Kirchweih im August in Nickenich / St. Arnulfus. An Kirchweih kam die Nachricht über den Tod von Pfarrer Schulz nach Nickenich. |
|
Allmächtiger Gott, Du hast dem Priester Johannes Bernhard Schulz in schwerer Zeit die Kraft gegeben, Dir in Treue zu dienen. Schenke auch uns den Mut, zu unserem Glauben zu stehen und von der Hoffnung zu reden, die uns erfüllt.
Ein Bibelzitat: Jesus Christus: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. [Johannes 6, 37]
Links
MBS Realbasic tutorial videos - Christians Software aus Nickenich
www.st-arnulf.de